Rückblick auf den Kongress der GLE-International vom 06. – 08.05.2011
„Spiritualität und Intimität – Tiefenerfahrung in Psychotherapie & Beratung“
„Der Mensch ist grundsätzlich mehr
als er von sich wissen kann“
(Karl Jaspers).
Diesem „Mehr“ des Menschen, in seiner Tiefe, in seinem Eingebundensein, in seiner Spiritualität und Intimität, sind wir beim Kongress fragend, gegenüberstellend, erläuternd, zusammenfassend, in Berührung kommend, verwerfend und aufdeckend, übend und erfahrend, uns selbst begegnend und erweiternd, mit anderen austauschend, musizierend, malend, schweigend nachgegangen. Wir interessierten uns für wissenschaftliche Ergebnisse zu heilenden und bedrohlichen Aspekten von Spiritualität (unterschiedlich definiert und betrachtet) und stellten uns der Auseinandersetzung mit unterschiedlichen weltanschaulichen Standpunkten, von der indischen Yogalehre bis zur christlichen Mystik. Wir traten in den Dialog mit der Transpersonalen Psychologie, und schauten dabei auch über den europäischen Tellerrand hinaus. Mit herzerwärmenden, inspirierenden und klärenden Explikationen und Einblicken in die Praxis nahmen wir die Spur auf zur inhärenten Geistigkeit der Existenzanalyse auf.
Der Rahmen hätte strahlender nicht sein können. Das historische Ambiente des Städtchens, dessen dunkle Ecken bis hin zum Gefängnisturm noch Anmut und Würde ausstrahlt, und die ergreifende Weite des Sees wurde uns von den Ortskundigen in sinnlicher Vielfältigkeit nahegebracht. Wie die nach Jahrhunderten ans Tageslicht gebrachten Fresken der Peterskirche blitze im Gehen immer wieder neue, überraschende Schönheit auf, die sich wie das Geistige nicht dem Suchenden, sondern nur dem mit achtsamem Blick Schauenden offenbarte. Auf die witzig-spritzige Bauernfängerei der Musiktruppe ließen wir uns nach den vielfältigen Workshops und Symposia beim Feiern am Samstag Abend gerne ein, erstaunt über die Wandlungsfähigkeit der Inselhalle.
Wissen wir nun, was es zu wissen gibt, zum Thema Spiritualität und Intimität? Nein, zum Glück. Doch wir können Sie vielleicht klarer fassen, besser in der Praxis vertiefen, erfrischt in uns selbst nachspüren – und angeregt darüber im Austausch bleiben.
Mag. Susanne Pointner
Bericht aus "Gesprächspsychotherapie und Personenzentrierte Beratung 2/10":