Abstracts
Symposia & Workshops |
Plenarvorträge
Anton Nindl Spiritualität und Intimität des HerzensDie integrale Kraft des Herzens ist geistig, sie erschließt uns den Wertcharakter des Seins. Ob wir uns selbsttranszendent an Anderes hingeben und Phänomene wie Gehaltensein, Demut, Dankbarkeit und Liebe erleben oder ob wir achtsam horchend in der tiefen Erfahrung unseres intimen Alleinseins den transzendenten, uneinholbaren Grund unserer Personalität erspüren, unser Herz kann uns den Weg zum Wesentlichen, zu erfüllter Existenz weisen. Diese Gedanken und weitere anregende Fragen sollen in das Kongressthema einstimmen.
|
Michael von Brück Spiritualität - personale oder transpersonale Entwicklung?
Spiritualität wird oft als Einübung in transpersonale Praxis interpretiert. Damit wird das Verhältnis zur therapeutischen Praxis prekär, die Ich-Stärke und personale Entwicklung im Blick hat. Um die damit verbundenen Probleme klären zu können, sind erstens die Begriffe und Anschauungen hinsichtlich Ich, Person, spiritueller Realität zu klären, zweitens anthropologische Universalia und kulturelle Spezifika bei der spirituellen bzw. meditativen Praxis zu unterscheiden. Der Vortrag wird einige grundsätzliche Klärungen präsentieren.
|
Kirk J. Schneider Jenseits interpersonaler Tiefe: Hin zu einem auf Ehrfurcht basierten Paradigma in existentieller Praxis.In dieser Grundsatzrede werde ich das Konzept einer auf Ehrfurcht basierten existentiellen Praxis einführen. Diese Praxis gründet sich sowohl auf den Prinzipien der existentiellen-humanistischen Therapie als auch auf meinem existentiell-integrativen Ansatz in der Psychotherapie. Existentiell-integrative (EI) Therapie ist ein Weg, um verschiedene therapeutische Verfahrensweisen innerhalb eines übergreifenden existentiellen oder auf Erfahrungen gründenden Rahmens zu erfassen. Es gibt vier grundlegende Haltungen innerhalb des EI-Ansatzes: Gegenwart, das Tatsächliche anführen, Widerstände (oder Selbst-Schutz) aktualisieren und konfrontieren sowie Sinn und Ehrfurcht wieder entdecken. In diesem Vortrag werde ich einen kurzen Überblick über die Prinzipien der EI-Praxis geben, aber mich dabei auf die Wiederentdeckung von Sinn und Ehrfurcht als dem Höhepunkt der einzelnen Phasen der Praxis konzentrieren. Durch Fallbeschreibung und Anekdote werde ich zeigen, wie Sinn und Ehrfurcht (oder Demut und das Wunder des Lebens) über Beziehungen zu anderen Menschen oder spezifische Ziele hinausgehen und auf der Beziehung zum Sein selbst, dem kosmischen Bewusstsein des täglichen Lebens, aufbauen.
|
Rupert Dinhobl Spiritualität. Stellungnahme eines Betroffenen
Dieser Vortrag versucht phänomenologisch nachzuzeichnen, was ein Mensch erfährt, der mit Spiritualität in Berührung gekommen ist. Wie wird dadurch der Mensch in seiner Person erfasst? Welche psychischen Bereiche sind davon betroffen? Welche inneren Prozesse werden in Gang gesetzt? Welche Veränderungen sind erkennbar? Diesen Fragen möchte ich anhand meiner eigenen Geschichte auf Grundlage der Personalen Existenzanalyse (PEA) nachgehen.
|
Geist und ExistenzZur inhärenten Spiritualität der ExistenzanalyseWird Spiritualität verstanden als Erleben von Unfasslichkeit, von Größen, in denen wir stehen, die uns aber übersteigen, dann wäre Existenz grundsätzlich durchtränkt von Spiritualität, und zwar unabhängig davon, ob sie als solche empfunden wird oder nicht. Daraus kann man folgern, dass auch jede einzelne der Grunddimensionen der Existenz letztlich ebenso auf Unfasslichem beruht und ihr letzter Inhalt uns in seiner Größe übersteigt. Neben diesem Antreffen der Spiritualität in den Strukturen der Existenz findet sich ein Zugang zu ihr auch im prozessualen Vollzug des eigenen Personseins wie auch im dialogischen Austausch. In der Tiefe der Authentizität findet sich der spirituelle Grund im Menschen: die Person. Therapeutisch versuchen wir ihn mit Hilfe der Personalen Existenzanalyse (PEA) in den Lebensvollzug zu heben und in den Dialog zu bringen.Gelingt es, sich diesen letztlich unfasslichen Größen in der Existenz und im Personsein anzuvertrauen, ermöglicht dies einen offenen, erfüllenden Existenzvollzug. Das Fühlen solcher Unfasslichkeit birgt die Gefahr des Ausgesetztseins (Ausgeliefertseins) ebenso wie die Möglichkeit des Aufgehobenseins, und damit Angst und Spannung oder Ruhe und Seinsgelassenheit. |
Renate Bukovski Wachstum aus der Tiefe der PersonSpirituelle Erfahrungen im psychotherapeutischen Prozess
Psychotherapie kann als Befreiung zum eigenen Wesen verstanden werden. Darin spielen oft auch spirituelle Erfahrungen eine für die persönliche Entwicklung anregende und bedeutsame Rolle. Diese Erfahrungen haben einen tiefen Bedeutungsgehalt für die Erlebenden, denn sie berühren sie in der Tiefe ihres personalen Seins. Dies soll anhand von Fallbeispielen aus der existenzanalytischen Psychotherapie aufgezeigt und darin folgenden Fragen nachgegangen werden: |
Was kann ich (psychotherapeutisch) tun, damit „die Sonne aufgeht“? |
Sylvester Walch Wege zur Ganzheit |
Luise Reddemann Spiritualität und Trauma
Traumatische Erfahrungen erschüttern unser Selbst- und Weltbild zutiefst. Manche Menschen können gerade diese Erfahrungen nutzen, um spiritueller und weiser zu werden. Von ihnen kann man lernen, bei traumatisierten Menschen auf leise Anzeichen zu achten, die auf spirituelle Sehnsucht hindeuten. TherapeutInnen, die mit traumatisierten Menschen arbeiten, tun gut daran, ihr spirituelles Sein zu pflegen, da es in den Behandlungen um existentielle Fragen, buchstäblich um Leben und Tod, geht. Der Vortrag soll Anregungen geben sowohl für die Wahrnehmung der spirituellen Tiefe, die durch die traumatische Grenzerfahrung angestoßen werden kann, als auch für die Entwicklung der eigenen Sensibilität für Spiritualität, die solche Wahrnehmung und das Arbeiten mit ihr begünstigt. |
Symposia & Workshops
Klinische Psychotherapie |
Monika Renz Grenzerfahrung Gott |
René Hefti Seelische Gesundheit und Spiritualität |
Karel Balcar Anthropologisches Unbehagen mit der modernen PsychologieDie wissenschaftliche Psychologie hat eine unersetzliche Aufgabe im Erklären der Gesetzmäßigkeiten menschlichen Erlebens und seiner Zusammenhänge in Umwelt, Körper und Handeln. Methodologisch ist sie gut ausgerüstet, um Abhängigkeiten zu entdecken; jedoch Unabhängigkeiten festzustellen ist ihr nicht möglich. Das gilt insbesondere dort, wo Einflüsse zwischen dem Psychischen und dem Körperlichen bzw. Existenziellen bestehen. Psychologische Erklärungen versagen, wenn sie über die Kausalitätsgrenzen hinausgehen, weil sie dann nur Reduktion auf Kausalität sind. Der paradigmatische Zwang zum Deuten existenzieller Phänomene wird an der Neigung zum Pandeterminismus, Panegoismus und (teilweisen) Panskeptizismus aufgezeigt. – Glücklicherweise lassen sich die Psychologen in der Praxis nicht allzu sehr von ihren eigenen theoretischen Prinzipien behindern und gleichen damit die methodologischen Fehlgriffe des theoretischen Psychologismus aus.
|
Martina Belz Verrückt oder erleuchtet?
Ausgehend von der Phänomenologie Außergewöhnlicher Erfahrungen (AgE) wird dargelegt, dass sich die Erfahrungselemente von AgE (d.h. paranormaler und teilweise auch spiritueller Erfahrungen) und psychischer Störungen wie sie im DSM IV und ICD-10 gelistet sind, stark überlappen und in gängigen Versorgungssystemen nachvollziehbarer- und gleichzeitig ungerechtfertigter Weise in der Regel auch als Indikatoren für psychische Störungen eingeordnet werden. Dies hat erhebliche Implikationen für die Versorgung dieser Menschen, zumal die Betroffenen in Folge der Erfahrungen häufig irritiert sind, diese nicht in ihr Weltbild integrieren können und daher kompetenten Rat und Hilfe suchen. Im Vortrag wird auf die Möglichkeiten und Schwierigkeiten bei der Unterscheidung von AgE (wobei zwischen sogenannten paranormalen und spirituellen Erfahrungen unterschieden
|
Derrick Klaassen Das geistliche Leben trauernder ElternDer Tod eines Kindes wird oftmals als ein schwerer, ja traumatischer Verlust im Leben der Angehörigen betrachtet und erfahren. Das Ereignis ist vielfach mit komplexen Trauer-Prozessen und manchmal auch Folgeschäden der seelischen Gesundheit verbunden, wie der posttraumatische Belastungsstörung, Depression und sogar einer erhöhten Sterblichkeitsrate bei den trauernden Eltern selbst. Diese Komplikationen sind teilweise darin begründet, dass der Tod eines Kindes, besonders, wenn er Tod unerwartet und /oder gewaltsam eintritt, gegen viele als selbstverständlich angenommene Einstellungen über das Leben verstößt und die natürliche Ordnung auf den Kopf stellt. Während solcher Zeiten schöpfen trauernde Eltern oft Kraft aus ihrer Spiritualität oder ihrem Glauben, um die Trauer und auch ihr eigenes Dasein zu begründen, und um irgendeinen Sinn im Unerklärlichen zu finden. Basierend auf den Ergebnissen empirischer Forschung und klinischer Beobachtung werden die spirituellen Aspekte trauernder Eltern untersucht. Ihre spirituellen Erfahrungen werden grundsätzlich durch den Eindruck des Verlustes eines Kindes geformt. Sie sind multidimensional, schließen Praktiken, Denkweisen und emotionales Erleben ein und formen die weiterführende Beziehung der Eltern zu den verstorbenen Kindern. Für trauernde Eltern ist Spiritualität keine Flucht vor Leid oder Trauer, sondern kann Hoffnung, Sinn und Gemeinschaft inmitten von Leid ermöglichen. Eine Beziehung zum Göttlichen kann auch trauernden Eltern eine Gelegenheit bieten, ihrer Wut und Bestürzung über den ungerechten Tod ihres Kindes Ausdruck zu verleihen. Im Vortrag werden Schlussfolgerungen für Psychotherapie und Beratung sowie Implikationen für die weitere theoretische und empirische Forschung erörtert.
|
Susanne Ivanek Ein Abenteuer zu dritt |
Astrid Görtz Priester - Heiler - Therapeut |
W o r k s h o p s |
Susanne Adamek Intimität und Schamgrenzen
Unser Empfinden von Intimität ist geprägt durch unsere ersten Bezugspersonen, unsere Familie, durch den Kulturkreis, in dem wir aufwachsen und leben und natürlich auch durch den Zeitgeist.
|
Markus Angermayr Connectet with the Essence |
Gerlinde Artaker "Ich bin nichts wert..." |
Martina Beltz Verrückt oder erleuchtet?Der Schwerpunkt des Workshops liegt auf der Vermittlung des Beratungs- und Therapiekonzeptes für Menschen mit Außergewöhnlichen Erfahrungen (AgE). Basierend auf dem Forschungsstand zur Phänomenologie und einem psychophysischen Modellansatz werden einzelne Beratungsstrategien vermittelt und exemplarisch an einem Fall verdeutlicht. Zentrale Vorgehensweise bei der Beratung und in der Therapie von Menschen mit AgE ist die Bedeutungsgenerierung der Erfahrungen. Es wird gezeigt, wie das Finden von Sinn durch eine Entschlüsselung der Phänomensprache und ihrer Symbolik die Integration des bislang Unverstandenen möglich macht.
|
Martin Hötzer "... Und er weinte bitterlich..."
Anhand von Hörbeispielen aus Bachs Passionen werden existentielle wie spirituelle Prozesse dargestellt. An der Rolle des biblischen Petrus in der Leidensgeschichte Jesu werden Themen wie Verrat, Verleugnung, Angst, Trauer, Schmerz, Einsamkeit und Reue „hörbar“. Aber auch der Gnade, dem Erbarmen und der Stimme des Gewissen verleiht Bach bewegenden Ausdruck.
|
Erich Karp "Wenn nichts mehr ist, wie es war...!" |
Kirk J. Schneider The Case of Anita: |
Paul Wyckoff Scheu vor Spiritualität |
Hans Zeiringer Aufwachen in mein bewusstes Selbst
In diesem Workshop möchte ich gerne Ihr ICH ansprechen und mich mit Ihnen auf den Prozess des Aufwachens phänomenologisch einlassen und begleitend darauf Acht geben, wie man das Aufwachen bewusst erfahren kann. |
Lebens- und Sozialberatung |
Rainer Kinast Anregungen der christlichen Spiritualität für eine existenzanalytische Entscheidungsfindung
Ein Meister der geistlichen Begleitung war Ignatius von Loyola, der Begründer der Jesuiten. Die Dynamik seiner Übungen (= „Exerzitien“) und die von ihm systematisierte Kunst der Unterscheidung der Geister sind Kostbarkeiten, die auch heute noch aktuell sind. Im Wesentlichen geht es darum, kleine und große Lebensentscheidungen treffen und seinen eigenen Lebensweg aus einer Lebensbejahenden Spiritualität heraus finden zu können. Auf Grund der phänomenologischen Grundhaltung, mit der Ignatius sein Handwerkzeug entwickelt hat, ist sein spiritueller Ansatz mit der Existenzanalyse gut „kompatibel“.
|
Michael Utsch Zwischen Spiritual Care und geistlicher Begleitung |
Geertje-Froken Bolle Wenn Himmel und Erde sich berühren
Wenn Himmel und Erde sich berühren – da klingt hindurch, was in unserem Alltag zugleich unseren Alltag übersteigt. Was ist Spiritualität – Spiritual Care – spirituelle Sehnsucht – die spirituelle Dimension? In der Praxis der Begleitung von Menschen mit Demenz wird das im Konkreten beschrieben, was es heißt, in die Tiefe zu spüren, den unverstellten Bildern der Seele zu begegnen. Dabei werden das spirituelle Bewegtsein im Menschen entlang der Grundmotivationen durchbuchstabiert und Zugänge in der Begleitung von Menschen mit Demenz beschrieben |
Br. Othmar Brüggemann Spiritualität - Halt, wenn sonst nichts mehr hältIn diesem Vortrag will ich zwei Klienten vorstellen, die sich in verzweifelter sozialer und psychischer Situation befanden, und die beide in unterschiedlicher Weise Halt in ihrer eigenen, weit ausgelegten christlichen Spiritualität fanden und nur dadurch am Leben geblieben sind. Sie haben sich im Laufe unserer mehrjährigen begleitenden Gespräche auf die Sinnsuche begeben, haben ihr Leben mit anderen Augen betrachtet und nach eigenen Werten gesucht. Grundanliegen des Vortrages ist es zu zeigen, wie ich als Berater und Begleiter mit der Spiritualität meiner Klienten umgehe, wenn sie diese ansprechen und inwieweit es meine eigene Spiritualität betrifft. |
Waltraud Friedewald, Natascha Cieslak Nicht müde werden, sondern dem Wunder leise wie einem Vogel die Hand hinhalten |
W o r k s h o p s |
Marlies Blersch Dem Gastgeber sei Dank!
Ich bin Gast auf dieser Erde, aber wer hat mich eingeladen, hier zu leben? Wo ist mein Gastgeber? War ich ein angemessener Gast? Habe ich den Gästen auf dem Fest des Lebens genug gegeben? Wem kann ich danken und wofür? |
Karin Rothe-Hasselblatt ...wenn es soweit sein wird mit mir, brauche ich den Engel in dir...Friedrich Karl Barth beschreibt in seinem Gedicht „im angesicht des todes“ vordergründig ganz konkrete Hand-Reichungen, die in den letzten Lebensstunden und -tagen Not-wendend sein können. In dem wiederkehrenden Refrain bietet er ein Bild der Haltung an, die diesem Tätig-werden zu Grunde liegt. Dem Begriff von Spiritualität in einem Spannungsbogen von Da-Sein, Ohn-Macht und Kraft-Quelle in der Beratungsarbeit möchte ich in dem Workshop auf die Spur kommen und mich annähern.
|
Renate Ruland Spiritualität in der Beratung kirchlich engagierter Menschen
Kirchlich engagierte Menschen, sei es als Ehrenamtliche oder Hauptamtliche, erleben sich immer häufiger in einer existentiellen Auseinandersetzung mit sich selbst angesichts der Erfahrungen, Entwicklungen und Bedingungen in der Institution Kirche. Sich öffnen und abgrenzen, sich zuwenden und abwenden, wohlwollend zulassen oder verwerfen, diese Haltungen wachsen im Zuge dieser Auseinandersetzung. Diese Polaritäten schließen einander nicht aus, und Beratung kann dazu beitragen sich zwischen diesen Polen brückenbauend und balancierend zu bewegen. Andererseits erleben kirchlich Engagierte sich in der Herausforderung, dem eigenen Hunger nach Glaubensidentität und spiritueller Beheimatung zu begegnen und ihr Leben als Christ authentisch zu gestalten.
|
Gerhard M. Walch ZEN-Meditation als Weg ganzheitlicher SpiritualitätDie gegenstandsfreie Meditation des Sitzens in der Stille (ZAZEN) ist die unmittelbarste Übung des Sich-Aussetzens der augenblicklichen „Wirk“-lichkeit. Sie berücksichtigt und integriert leibliche, seelische und geistige Prozesse: „Die Haltung, den Atem und das Herz in Ordnung bringen.“ (Yamada Bunryo Roshi). ZEN fördert die Entwicklung von Achtsamkeit und die Einheitserfahrung (SATORI, KENSHO) mit sich, mit allen fühlenden Wesen, mit der Natur sowie von innerer und äußerer Wirklichkeit. Obwohl dieser Übungsweg aus dem ZEN-Buddhismus stammt, kann er als Weg ganzheitlicher spiritueller Erfahrung in allen Religionen und Weltanschauungen befruchtend und vertiefend integriert werden: „Die Stille ist die größte Offenbarung“ (Laotse). In dieser kurzen und praktischen Einführung bekommen wir einen Einblick in die Grundlagen der ZEN-Meditation im Sitzen (ZAZEN) und im Gehen (KINHIN). Wir lernen die rechte Haltung, Atmung, Wohlspannung und Zentrierung im Bauch-Becken-Raum (HARA) kennen sowie die geistige Sammlung und den Umgang mit Bildern und Gedanken. Im ZEN üben wir uns in Gelassenheit, Achtsamkeit und Absichtslosigkeit, um diese wesentlichen Daseins-Qualitäten auch in unserem Alltag fruchtbar werden zu lassen. Erfahrungsaustausch und Fragenbeantwortung dienen zum vertieften Verständnis und zu stimmiger Umsetzung.
|
Kinder- und Jugendpsychotherapie |
Ursula Rataitz Spiritualität in der therapeutischen Arbeit mit Jugendlichen
In meinem Vortrag möchte ich über die Bedeutung von Spiritualität sprechen und darüber, welche Wichtigkeit diese für den Einzelnen hat und haben könnte. Außerdem möchte ich beleuchten, welchen Beitrag Spiritualität für die Erhaltung bzw. Verbesserung der Lebensqualität auf der Erde leisten könnte. Ich beziehe mich dabei auf die vier Grundmotivationen und versuche, das Bedürfnis nach Spiritualität in diesem Konzept anzusiedeln. |
Anita Ziegler Spiritualität in der Jugendlichen-PsychotherapieDie Zeit der Jugend ist mehr als jeder andere Lebensabschnitt geprägt von der Suche nach einem das alltägliche Leben umfassenden und ihm Sinn gebenden Lebensentwurf. Misslingt dieses, drohen unter anderem Suizidalität, Sucht und das Abwandern in Sekten. Ausgehend von der Methodik der Existenzanalyse und Modellen der Spiritualität, die besonders für Jugendliche zugänglich sind, versucht der Vortrag mögliche Wege zur Transzendenz für junge Menschen aufzuzeigen und therapeutische Ansätze für jene Fälle zu finden, in denen die Sinnsuche in die Krise geraten ist.
|
Bergild Gilgenberg Spirituelle Praxis |
Annemarie Leeb Der Aloha Spirit in der KindertherapieEiner Legende zufolge kamen vor langer Zeit die Nachfahren der Sternenmenschen auf die Erde mit dem Auftrag Frieden und Harmonie unter die Menschen zu bringen, um auf diese Weise Heilung zu bewirken. Diese von Liebe und Mitgefühl getragene Geisteshaltung, auch als Aloha Spirit bekannt, wurde über die Jahrhunderte durch das praktische Wissen der Hunas, der hawaiianischen Schamanen, weitergetragen. Die Grundprinzipien dieser Lebensphilosophie, ihre Wirksamkeit und praktische Anwendbarkeit in der Kindertherapie bilden das Kernstück des Vortrags und werden anhand ausgewählter Beispiele verdeutlicht. |
Pädagogik |
Daniela Michaelis Integrale und Transpersonale Spurensuche...?! |
Julia Leinwather Spirituelle Räume eröffnen im Schulalltag?
|
W o r k s h o p s |
Kathleen Noor Gözek, Martha Sulz Biodanza und Existenzanalyse - Spiritualität und IntimitätWas ist Biodanza? Mit Musik, Bewegung, Berührung und Begegnung entfalten wir unsere Potentiale mittels Übungen auf den fünf Linien „Vitalität“, „Sexualität“, „Kreativität“, „Affektivität“ und „Transzendenz“. Wir kommen mit uns SELBST – DU – WIR – KOSMOS in Kontakt. Das Erleben hat Vorrang vor Wort und Analyse. Biodanza, „die biozentrische Erziehung“, stellt eine Arbeit dar, die der Integration des Menschen, seiner organischen Erneuerung und dem Wiederbeleben und Erleben seiner ursprünglichen Lebensfunktionen dient. Biodanza-Begründer Rolando Toro war chilenischer Psychologe, Anthropologe und Künstler. Biodanza = das Leben tanzen. Existenzanalyse = ‚auftrennen’ auf erfülltes Leben hin. Was könnten sie miteinander zu tun haben? Das wollen wir in diesem Workshop herausfinden. In einem Dreierschritt werden wir zuerst die Methode „Biodanza“ in einer sogenannten „Vivencia“ zum Kongressthema „Spiritualität und Intimität“ kennen lernen. Im zweiten Schritt gehen wir an die Vertiefung des Erlebten zur Erfahrung, um uns im dritten Schritt an die Reflexion von Gewusstem und Erfahrenem zu machen. Wir „tanzen“ barfuß bzw. in Socken. Tanzkenntnisse und Rhythmusgefühl sind nicht erforderlich.
|
Krimhild König Alles klingt - Die Gestaltung von Musik, Leben und Unterricht
|
Monika Kuchar Gestaltung spiritueller KrafttageDer Workshop bietet einen Erfahrungsbericht über die Gestaltung „spiritueller Krafttage“. Anhand praktischer Zugänge zu den Themen „Dasein im Hier und Jetzt – Erfahrung des Seinsgrundes“, „Was bewegt mich in der Tiefe – Erfahrung des Grundwertes“, „Identität aus dem transpersonalen Selbst“ und „Kontemplation in Aktion“ werden alltagstaugliche Übungen auf der Basis der vier Grundmotivationen erarbeitet bzw. vorgestellt, die gut im pädagogischen Feld angewendet werden können. Diese Zugänge werden durch Texte von MystikerInnen aus unterschiedlichen religiösen Traditionen vertieft.
|
Eva Maria Waibel, Helmut Wegner "Verwenen" heißt "zu schlechten Gewohnheiten veranlassen" (oder: "Was zu viel ist, ist zu viel!") |
Sonja Zeitner Hinführung zur eigenen Spiritualität durch "Meditatives Malen"Malen ist nicht nur ein kreativer Akt, sondern auch eine Möglichkeit der eigenen inneren Gestimmtheit, den Gefühlen und tiefen inneren Prozessen Ausdruck zu geben. Über „Meditatives Malen“ erschließt sich darüber hinaus noch eine andere Zugangsmöglichkeit ins Innere, die zu einer wichtigen Ressource für Leben und Arbeit werden kann. Durch Atem- und Visualisierungsübungen können wir in eine tiefe Ruhe und zu einem stimmigen Bei-sich-Sein kommen. Dabei kann uns ein Zugang zu einer inneren Quelle gelingen, die wie der „Seinsgrund“ und die „Person“ letztendlich schwer zu fassen ist, von der wir jedoch ahnen, dass es etwas Größeres, (All)Umfassendes, Tragendes gibt, das uns zutiefst innerlich speisen, inspirieren, leiten und erfüllen kann. Gelingt es uns, Wollen und Kognition beiseitezulassen, offen zu werden und uns in uns selbst und in unser Tun zu versenken, so können wir aus dieser inneren Quelle schöpfen. Das „Geschöpf“ wird zum inspirierten „Schöpfer“. Im Workshop wollen wir versuchen, in das freie, fließende, absichtslose Malen zu kommen und uns dabei mit Hilfe einer zuvor geführten Meditation der inneren Spiritualität anzunähern.
|
Spiritualität und Religion |
Werner Eichinger Im endlichen Leben endlich leben! |
Bernhard Teuwsen Dein Name hat einen guten KlangNamen der hebräischen Bibel sind in besonderer Weise Wegweiser zur Person, zu Tat und Wort, zu Gedanken und Gewohnheiten von Menschen. Sie können uns auf Zärtlichkeit, Gelassenheit, Stärken und Schwächen, Taten und Worte, Gedanken und Gewohnheiten im eigenen Leben verweisen. Dies wird an konkreten Beispielen biblischer Namen im Hinhören und Hinsehen auf die Symboltiefe der hebräischen Sprache aufgezeigt. Achte auf Deine Gedanken, sie werden Deine Worte. Achte auf Deine Worte, sie werden Deine Taten. Achte auf Deine Taten, sie werden Deine Gewohnheiten. Achte auf Deine Gewohnheiten, sie werden Dein Charakter. Achte auf Deinen Charakter, er wird Dein Schicksal. (aus dem Talmud) |
Peter Fischer Krank machender oder geilender Glaube
Im christlichen Glauben geht es um die Vorstellung eines der Welt zugewandten, Mensch gewordenen Schöpfergottes, der das Heil für den Menschen will. Ein solcher Glaube trägt in sich die Möglichkeit eines Lebensgefühls des Getragen- und Gehaltenseins. Die Realität sieht aber oft anders aus. Statt innerer Gelassenheit finden sich häufig Enge und Ängstlichkeit bis hin zur seelischen Deformation. In diesem Vortrag wird aus existenzanalytischer Sicht, aus eigener Praxisarbeit und aus eigenem Erleben ein Weg aufgezeigt, aus einengendem zu einem befreienden Glauben zu gelangen. |
Wiebke Dankowski Die Botschaft von der Freiheit in der BibelDer seit einigen Jahrzehnten auch im profanen Bereich gern und dabei sehr schillernd gebrauchte Begriff der „Spiritualität“ hat seinen Ursprung jedoch in der christlichen Theologie und verweist dabei auf das, was dem Heiligen Geist gemäß ist. Biblische Aussagen qualifizieren diesen Geist als den, der lebendig macht im Gegensatz zum tötenden Buchstaben des Gesetzes, oder sie identifizieren ihn sogar mit der Freiheit schlechthin. Die Evangelien wiederum zeigen Jesus in vielen Situationen, wo er Menschen auf die Gaben dieses Geistes anspricht und in die Entscheidung ruft: zu einem Leben in Freiheit und gegen die Angst. Dieser Vortrag will an ausgewählten biblischen Abschnitten aufzeigen, wie Jesus ad personam et ad situationem in die Freiheit ruft und mit dem jeweiligen Gebunden-Sein konfrontiert, also mit der Angst in ihren vielfältigen Erscheinungsformen. Leitmotiv ist dabei der jesuanische Appell, sehend zu werden, anstatt blind zu bleiben, mithin die innere Abwehr zu überwinden. |
Thomas Schukai Herzensangelegenheiten
|
Joachim Schmidt Spirituell ist man unterwegs, nicht angekommen
|
Charles Artz Geistesgegenwart: Über die Achtsamkeit im Alltagsleben
|
Spiritualität - eine psychologische Sicht aus Russland |
Anatoly Krichevets Formen von Spiritualität in unterschiedlichen kulturellen und zeitlichen Kontexten
|
Boris Bratus, Natasha Inina Glaube zwischen Bewusstsein und Unbewusstsein
|
Elena Ukolova Das Auffinden einer authentischen Stimme unter den Dialekten der inneren Polyphonie
|
Vladimir Shoumskij Die Dreifaltigkeit: Ein Blick auf die geistige Dimension des Menschen in der Existenzanalyse
|